Programme2020-07-31T12:05:43+02:00

Manuel Bärtsch
Künstlerische Leitung

«Verweile doch! du bist so schön!»

Werd ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! Du bist so schön!
Dann darfst Du mich in Fesseln schlagen,
dann will ich gern zugrunde gehn!

In diese Versuchung möchte ich Sie auch bringen. Gefährlich ist sie, diese Sehnsucht nach dem immerwährenden ekstatischen Moment ästhetischen Genusses, und doch so naheliegend beim Musikhören. Jedes dieser Programme zeigt einen anderen Aspekt der musikalischen Schönheit: ihre Fähigkeit, das Zeitempfinden zu verändern, mit unseren Gefühlen zu spielen, ihre Flüchtigkeit, Fragilität und die Abgründe, die sie unweigerlich begleiten, denn das intensive Licht wirft lange Schatten, wie Faust das im Verlaufe der Wette zunehmend auch feststellen muss.

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Einige Gedanken zum Programm 2020
in der Situation des Lockdowns.

«Verweile doch! du bist so schön!»

Manuel Bärtsch
Künstlerische Leitung

Werd ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! Du bist so schön!
Dann darfst Du mich in Fesseln schlagen,
dann will ich gern zugrunde gehn!

In diese Versuchung möchte ich Sie auch bringen. Gefährlich ist sie, diese Sehnsucht nach dem immerwährenden ekstatischen Moment ästhetischen Genusses, und doch so naheliegend beim Musikhören. Jedes dieser Programme zeigt einen anderen Aspekt der musikalischen Schönheit: ihre Fähigkeit, das Zeitempfinden zu verändern, mit unseren Gefühlen zu spielen, ihre Flüchtigkeit, Fragilität und die Abgründe, die sie unweigerlich begleiten, denn das intensive Licht wirft lange Schatten, wie Faust das im Verlaufe der Wette zunehmend auch feststellen muss.

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Einige Gedanken zum Programm 2020
in der Situation des Lockdowns.

24Okt 2020

SCHÖNHEIT DES ABSCHIEDS

Lachen, Katholische Kirche
Samstag, 24. Oktober, 19.00 Uhr

Werke von Richard Strauss, Othmar Schoeck und Alban Berg

Schönheit des Abschieds, mit Musikern des Luzerner Symphonieorchesters. Das Programm konzentriert sich auf das Jahr 1913. Kurz bevor die Welt in der «Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts» (George F. Kennan) versank, boten die Komponisten alles auf, was an musikalischer Schönheit möglich ist, im vergeblichen Bestreben, den Augenblick vor der Höllenfahrt so lange wie möglich währen zu lassen.

Einführung – erzählt von Manuel Bärtsch

Informationen

  • Kollekte

Kammerensemble des Luzerner Sinfonieorchesters

  • Diana Schnürpel Sopran

  • Manuel Bärtsch Klavier

Vergangene Konzerte

27Sep 2020

TRANSZENDENZ II

Halbinsel Au, Wädenswil, Schloss
Sonntag, 27. Sept. 17.00 Uhr

Ludwig van Beethoven 1770 – 1827
Klaviersonate Nr. 30 E-Dur op. 109 (1821)
Klaviersonate Nr. 31 As-Dur op. 110 (1822)
Klaviersonate Nr. 32 c-Moll op. 111 (1822)

Wenn man an Schönheit in der Musik denkt, ist kein Vorbeikommen an den letzten Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven. Diese Musik weist über sich hinaus ins Unbekannte. Normalerweise werden diese Stücke nacheinander nur von arrivierten Interpreten am Ende ihrer Karriere gespielt. Dass man aber für diese Musik nicht das halbe Jahrhundert überschritten haben muss, zeigt der intellektuell und pianistisch spektakuläre mexikanische Pianist Ricardo Acosta. Vom Bahnhof bis zum Schloss geleitet Sie ein Klangweg der soundarts-Abteilung der Hochschule der Künste Bern.

Einführung – erzählt von Manuel Bärtsch

Informationen

  • Eintritt CHF 50.- mit Apéro riche

Protagonisten

  • Ricardo Acosta Klavier

  • Künstler*innen des Studiengangs Soundart der HKB Bern

20Sep 2020

Bettagskonzert – RAUM, ZEIT UND EWIGKEIT

Einsiedeln, Klosterkirche
Sonntag, 20. September, 18.30 Uhr

Werke von Carlo Gesualdo, Josquin des Préz, Johann Hermann Schein, Johann Sebastian Bach und Lukas Langlotz (Uraufführung)

Der eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag ist, wie sein Name sagt, eine Schweizer Erfindung. Im Spätmittelalter von der Obrigkeit in Notlagen angeordnet, erhielt er durch seine Geschichte eine starke zweite Bedeutung als Tag des Miteinander. Dieses Programm bringt vieles zusammen: die eigentliche Bussthematik, die in eine beschützende Vergebung übergeht; eine Meditation des Abtes von Einsiedeln; unglaublich kühne und ausdrucksstarke Musik von Carlo Gesualdo, Principe di Venosa, und anderer Komponisten aus seiner Zeit in Abwechslung mit der Uraufführung eines Werks des Komponisten Lukas Langlotz, das im Auftrag des Musiksommers entstanden ist. «Zwischenräume» macht nicht nur die Zeitdistanz zwischen der Spätrenaissance und heute spürbar, sondern erkundet auch die Akustik des überwältigend schönen Kirchenraums des Einsiedler Stifts. Das Calmus-Ensemble, von ihrem letzten Auftritt am Musiksommer in schöner Erinnerung, steht dem Saxophonquartett von Raphael Camenisch gegenüber.

Einführung – erzählt von Manuel Bärtsch

Informationen

  • Kollekte

Protagonisten

  • Calmus Ensemble

  • Saxophon-Quartett Saxemble

  • Abt Urban Federer Meditation

     

1Sep 2020

ABGESAGT – Operngala – BELLA ITALIA

Feusisberg, Katholische Kirche
Dienstag, 01. September, 19.30 Uhr

Sängerinnen und Sänger des Opernstudios der Hamburgischen Staatsoper

Gemeinsam mit den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern präsentiert der Musiksommer am Zürichsee internationale Sängertalente bei einem Fest der grossen Opern. Ehemalige Mitglieder des Internationalen Opernstudios der Hamburgischen Staatsoper singen Arien, Duette und Ensemblestücke aus Opern wie von Rossini, Donizetti, Bellini, Puccini und Verdi.

Einführung – erzählt von Manuel Bärtsch

Dieses Konzert wird grosszügig von der Kühne-Stiftung unterstützt.

Informationen

  • Tickets – jetzt bestellen

  • Platzzahl beschränkt

Protagonisten

  • Na’ama Shulman Sopran

  • Ruzana Grigoria Mezzosopran

  • Dongwon Kang Tenor

  • Hiroshi Amako Tenor

  • Jóhann Kristinsson Bariton

  • Shin Yeo Bass

9Aug 2020

TRANSZENDENZ I

Bubikon, Ritterhaus
Sonntag, 09. August, 17.00 Uhr,
Einführung 16.00 Uhr

Olivier Messiaen 1908 – 1992

Vingt regards sur l’enfant Jésus (1944)

Die religiöse Transzendenz mal anders. Messiaens in jeder Beziehung monumentaler Zyklus «Vingt regards sur l’enfant Jésus» zeigt alles, was die ästhetische und rituelle Schönheit der Theologie bietet: Mediative Versenkung, ekstatische Freude, die Aufhebung der Zeit. Dieses in der Interpretation des unglaublichen Kirill Zvegintsov. Vor dem Konzert findet eine Einführung in Messiaens theologische Welt statt; nach diesem «Brocken» stärken wir uns bei einem Apéro.

Einführung – erzählt von Manuel Bärtsch

Informationen

  • Eintritt CHF 40.- mit Apéro

  • Platzzahl beschränkt

Protagonisten

  • Kirill Zvegintsov Klavier

19Jul 2020

ABGESAGT – «ACH WIE FLÜCHTIG, ACH WIE NICHTIG …»

Klosterinsel Ufenau, Kirche St. Peter und Paul
Sonntag, 19. Juli, 17.30 Uhr

Werke von György Ligeti, Johann Sebastian Bach, Johann Jakob Froberger, Georg Muffat u.a.

„Ach wie flüchtig, ach wie nichtig…“ Im Bewusstsein der Vergänglichkeit aller irdischen Dinge, gerade auch des eigenen Daseins zu leben – das gehörte zum Selbstverständnis des barocken Menschen. Und genauso ist ein Bewusstsein für die ephemere Natur aller Musik, für das ständig Entstehen und Wieder-Vergehen der Kunstwerke, wesentlich für jedes musikalische Schaffen. Und dennoch haben Komponisten aller Epochen immer wieder versucht, in ihren Werken gerade ein Gefühl des zeitlosen Verweilens, als einen Anklang der Ewigkeit, erfahrbar zu machen. Das Programm sucht diese Illusion in einer Zusammenstellung aus Ostinati und Variationen zu finden, denen aphoristische Formen improvisatorischen Charakters gegenübergestellt werden.

Einführung – erzählt von Sebastian Bausch

Informationen

  • Eintritt CHF 50.-

  • Platzzahl beschränkt

Protagonisten

  • Sebastian Bausch Cembalo

12Jul 2020

ABGESAGT – MYSTERIENINSEL

Klosterinsel Ufenau, Kirche St. Peter und Paul
So. 12. Juli,  12.30-13.30 und 14.00-15.00 Uhr

Heinrich Ignaz Franz Biber 1644 – 1709

Mysterien-Sonaten (1678-1687)

Heinrich Ignaz Franz Bibers «Rosenkranzsonaten» sind in ihrer Komplexität und theologischer Verstiegenheit einzigartige Stücke in ihrer Zeit. Sie treffen auf die junge Generation von Studierenden des soundart-Studiengangs der HKB Bern, die Intermezzi gestalten mit Bibers Material, aber auch mit den Klängen der Insel. Wir lassen uns überraschen von ihrer Inspiration.

Einführung – erzählt von Manuel Bärtsch

Informationen

  • Eintritt CHF 50.-

  • Platzzahl beschränkt

Protagonisten

  • Leila Schayegh Barockvioline

  • Sebastian Wienand Orgel

  • Studierende soundarts HKB: Innen und Aussen. Akusmatische Stücke.

28Jun 2020

ABGESAGT – LOB DES SCHATTENS

Rapperswil, Kapuzinerkloster
Sonntag, 28. Juni, 19.00 Uhr

Claude Debussy 1862 – 1918
Sonate für Flöte, Viola und Harfe (1915)

Toshio Hosokawa *1955
Threnody. To the victims of Tohoku Eartquake 3.11. (2011)

Tōru Takemitsu 1930 – 1996
And then I knew ‘twas Wind (1992)

Texte von Tanizako Jun’chirō 1886 – 1965

Jürg Zurmühle *1957
Musik aus der Stille. Traditionelle japanische Musik und eigene Kompositionen

Die japanische Ästhetik zeigt faszinierende Eigenheiten, die die westliche Musik des letzten Jahrhunderts zutiefst geprägt haben: das Abgegriffene, das Halbdunkel, das geheimnisvoll Gealterte. Shakuhachi, das traditionelle japanische Flöteninstrument, trifft auf Kompositionen für Flöte, Harfe und Viola, die von dieser Ästhetik geprägt wurden. Dazwischen Lesung aus Tanizako Jun’chirō «Lob des Schattens». Und, als Kontrapunkt und Zentrum, das düstere Mahnmal von Toshio Hosokawa für die Opfer des Erdbebens von 2011, für Viola solo. Auf alten Bildern des paradiesischen Arkadiens sagt der Tod: «Et in arcadia ego»; auch ich bin hier.

Einführung – erzählt von Manuel Bärtsch

Informationen

  • Kollekte

  • Platzzahl beschränkt

Protagonisten

  • Christoph Bösch Flöte

  • Alessandro d’Amico Viola

  • Consuelo Giulianelli Harfe

  • Jürg Zurmühle Shakuhachi

  • Bodo Krumwiede Sprecher

     

12Jun 2020

ABGESAGT – DIE SCHÖNHEIT DES PARADOXONS

Busskirch, Kirche St. Martin
Freitag, 12. Juni, 19.30 Uhr

Johann Sebastian Bach 1685 – 1750
Drei Sonaten für Viola de Gamba und Cembalo BWV 1027-1029 (um 1742)

Musik für Cembalo rund um Johann Sebastian Bach

«Zuviel von allem» war die Devise des Barock. Dieser gewollte Überfluss wird hier auf die Spitze getrieben: Bachs Gambensonaten mit Kontrabass zeigen einerseits die Ästhetik der mühelosen Virtuosität (zumindest in der Ausführung von Thierry Roggen). Vor allem aber ist die paradoxe Schönheit und die Ausdrucksfülle des Kontrabass-Klanges zu bewundern: Dies alles im überreich ornamentierten Kirchenraum und mit Cembalomusik aus der gleichen Zeit angereichert: mehr barocke Anmut geht nicht.

Einführung – erzählt von Manuel Bärtsch

Informationen

  • Kollekte

  • Platzzahl beschränkt

Protagonisten

  • Thierry Roggen Kontrabass

  • Ricardo Magnus Cembalo

30Mai 2020

ABGESAGT – Eröffnungskonzert – «VERWEILE DOCH …»

Rapperswil, Schloss, Rittersaal
Samstag, 30. Mai, 19.30 Uhr

Franz Schubert 1797 – 1828
Quintett C-Dur D. 956 (1828)

Anton Webern 1883 – 1945
Sechs Bagatellen für Streichquartett op. 99 (1932)

Die bessere Idee, als im Pfingststau zu stehen: das von zauberhafter Länge gekennzeichnete Quintett von Franz Schubert lädt zum Verweilen ein, wird jedoch unterbrochen von den kürzesten, konzentriertesten und schönsten Stücken der musikalischen Moderne, den Bagatellen für Streichquartett von Anton von Webern.

Einführung – erzählt von Manuel Bärtsch

Informationen

  • Kollekte

Merel Quartet

  • Mary Ellen Woodside Violine

  • Edouard Mätzener Violine

  • Alessandro d’Amico Viola

  • Rafael Rosenfeld Violoncello

  • Eckard Runge Violoncello

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